Afrodeutsch

Schwarze Kids stark machen


Schwarz und deutsch – total normal? Wir sagen: Ja!

Nicht alle Deutschen sind weiß. Viele Deutsche haben (auch) afrikanische Wurzeln. Seit vielen Generationen sind Schwarze Menschen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes.

In Bremen leben zahlreiche afroeuropäische und afrikanische Familien. Schwarze Kinder und Jugendliche bilden eine zunehmend große Gruppe unter den jungen Menschen, die hier aufwachsen. Ihre Lebenssituation ist so vielfältig wie die anderer Kinder und Jugendlicher auch. Doch sie werden in einer Gesellschaft groß, die sie früher oder später spüren lässt, dass sie als „anders“ und nicht als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft betrachtet werden. Diese Erfahrung ist fester Bestand ihrer Lebensrealität. Schwarze Kinder und Jugendliche müssen viel Energie darauf verwenden, Vorurteile und negative Stereotypen abzuwenden und Strategien für den persönlichen Umgang mit Diskriminierungserfahrungen zu entwickeln.

Von distanzlosem Verhalten bis zu gewaltsamen Übergriffen: Rassismus prägt unseren Alltag. Rassismus äußert sich nicht nur in plakativem Hass oder offener Feindseligkeit, vielmehr stellt sich Rassismus heute vor allem in subtiler Form dar - als ein allgegenwärtiges Phänomen, das sich durch alle gesellschaftlichen Bereiche und Schichten zieht.

Veranstaltungen

Schwarze Kids stark machen!

Empowerment-Workshop für Schwarze Eltern und Eltern of Color                                               

Wie können Schwarze Eltern/Eltern of Color in einer weißen Mehrheitsgesellschaft ihre Kinder in ihrer Identität stärken? Wie können sie ihren Kindern empowernden Rückhalt geben in der Auseinandersetzung mit Ablehnungs- und Diskriminierungserfahrungen?  Wie schützen sie sich und ihre Kinder gegen unterschwelligen und offensiven Alltagsrassismus?                                                                                                                                          

Der Workshop bietet Eltern die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum mit diesen und vielen anderen Fragen zu beschäftigen und Strategien zur Stärkung ihrer Kinder und ihrer Familien zu erarbeiten.

Leitung: Tupoka Ogette & Stephen Lawson, Expert*innen für Vielfalt und Antidiskriminierung, Trainer*innen für Antirassismus, Diversity und Empowerment    

Samstag, 16. – Sonntag, 17. September 2017

Zeiten: 10 – 17 Uhr (Samstag) und 10 – 15 Uhr (Sonntag)                   

Ort: Geschäftsstelle Bremen, Aßmannshauser Str. 54, Bremen-Neustadt

Veranstalter: Decolonize Bremen und Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.

Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos. Spenden sind willkommen!                 

Bei Bedarf werden Kinder im Alter zwischen 4 und 10 Jahren während des Workshops betreut. Die Kinderbetreuung findet außerhalb des Veranstaltungsortes statt.                                                                                      

Info & Anmeldung: Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung unter . Die Teilnehmerzahl ist beschränkt.

Der Veranstaltungsort ist eingeschränkt barrierefrei. Weitere Infos unter Tel.: (0421) 55 40 20

ANGEBOTE & INFORMATIONEN

Schwarze Kids sind Heldinnen und Helden im Bilderbuch

Kinder brauchen Bücher

Bücher helfen unseren Kindern, die Welt zu entdecken und zu verstehen. Und zusammen mit kleinen Kindern Bilderbücher anzuschauen, macht nicht nur viel Spaß, sondern hilft ihnen auch bei ihrer Sprachentwicklung.  

Doch leider machen wir als afrodeutsche Familien immer noch die Erfahrung, dass wir kaum Bilderbücher finden, die die Lebenswelt unserer Kinder widerspiegeln. Fast immer sind die kleinen Heldinnen und Helden in den Büchern „selbstverständlich“ weiß, und fast immer sind diese Kinderbücher ausschließlich aus weißer Perspektive geschrieben. Und: Nicht wenige Kinderbücher transportieren nach wie vor rassistisch gefärbte Klischees.

Daher haben wir uns auf die Suche gemacht – nach Bilderbüchern, in denen Schwarze Kids die Hauptakteure sind. Denn man muss schon sorgfältig recherchieren, um auf dem deutschsprachigen Kinderbuchmarkt überhaupt Bilderbücher zu entdecken, die etwas von der tatsächlich vorhandenen Vielfalt an äußeren Merkmalen und Erfahrungen von Kindern zeigen. Gefunden haben wir allerdings vor allem englischsprachige Bilderbücher. In den meisten deutschsprachigen Bilderbüchern kommen Kinder mit dunkler Hautfarbe überhaupt nicht vor oder spielen bestenfalls eine Statistenrolle. Bezaubernde Bilderbücher, die einmal in deutscher Übersetzung erschienen sind, wie beispielsweise Erstaunliche Grace von Mary Hoffman, Ganz toll! von Trish Cook oder Ein Hoch auf Oskar von Bob Graham sind längst vergriffen und wurden auch nicht wieder neu aufgelegt. Das ist sehr bedauerlich.    

Versteckte Botschaften                      

Wenn bereits kleinen Kindern suggeriert wird, dass sie keine Rolle spielen, dass sie eigentlich nicht dazugehören und auch keine wertvollen Fähigkeiten haben, ist das eine Form von Diskriminierung. Denn die fehlende Repräsentanz führt dazu, dass Schwarze Kinder sich nicht beachtet, nicht anerkannt und nicht zugehörig fühlen. Diese Erfahrung hat gravierende Auswirkungen auf das Selbstbild unserer Kinder. 

Und darum brauchen wir Bilderbücher und Geschichten mit kleinen Heldinnen und Helden, in denen sich unsere Kinder wiedererkennen können. Also spannende, witzige, fantastische und alltägliche Geschichten, die überall dort spielen, wo Schwarze Kinder zu Hause sind.  

Eine Liste mit ausgewählten Bilderbüchern stellen wir als pdf-Datei kostenlos zur Verfügung. Bestellungen bitte per Mail:

NEWSLETTER

In unserem Newsletter finden Sie Informationen, Tipps und Links – zu Themen, die uns als Eltern Schwarzer Kinder beschäftigen (sollten). Empfehlenswerte Bücher vorzustellen oder schöne Spielsachen zu zeigen, gehört ebenso dazu, wie empowernde Vorbilder zu präsentieren und auf spannende Beiträge über den Umgang mit Alltagsrassismus hinzuweisen.                             

Der aktuelle Newsletter kann als pdf-Datei kostenlos angefordert werden:

Lesetipps

Afrokids
Ein Ratgeber für die ersten Lebensjahre Schwarzer Kinder

von Olaolu Fajembola

“Afrokids” von Olaolu Fajembola ist der erste “Baby- und Kinderratgeber”, der sich an Bezugspersonen von Schwarzen Kindern in Deutschland richtet. Im Buch thematisiert die Autorin spezifische alltägliche Situationen und Herausforderungen, die in anderen Ratgebern kaum angesprochen werden: so zum Beispiel Namenwahl, Mehrsprachigkeit und Umgang mit Rassismus.

“Diese Kinder, die Schwarze und/oder Weiße Eltern haben, brauchen informierte Eltern. Eltern, die kinderverständlich erklären können, was Rassismus ist und wie er funktioniert. Eltern, die auf die Frage: ‘Mama, machst Du mir Cornrows?’ mit einem souveränen ‘Ja!’ antworten können, und Eltern, die keine Angst davor haben, ihrem Kind einen afrikanischen Namen zu geben.”
 

Das Wort, das Bauchschmerzen macht
von Nancy J. Della

Bisher einziges Kinderbuch zur rassistischen Sprache.
http://www.edition-assemblage.de/das-wort-das-bauchschmerzen-macht/
 

Anleitung zum Schwarz sein
von Anne Chebu

"Schwarz sein ist nicht gleich schwarz sein. Warum schreibt man Schwarz groß und warum bin ich Schwarz und nicht braun?"
 http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/anleitung-zum-schwarz-sein-393-detail
 

Deutschland Schwarz Weiß: Der alltägliche Rassismus
von Noah Sow

“Lassen Sie uns raten: Nichts läge Ihnen ferner, als sich rassistisch zu äußern oder gar jemanden rassistisch zu beleidigen oder zu diskriminieren. Deswegen legen Sie besonderen Wert auf die Feststellung, KEIN Rassist zu sein. Nur: Woher wissen Sie eigentlich so sicher, dass Sie genau das NICHT sind?”
http://www.deutschlandschwarzweiss.de/
 

Empowerment als Erziehungsaufgabe – Praktisches Wissen für Eltern binationaler Kinder und Jugendlicher im Umgang mit Rassismus
von Nkechi Madubuko

Die Moderatorin und Soziologin Nkechi Madubuko hat ein Buch darüber geschrieben, wie Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können, Erfahrungen wie Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung besser zu verarbeiten.
https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/empowerment-als-erziehungsaufgabe-detail

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Alltagsrassismus: Wie es ist, in Deutschland ein schwarzes Kind zu haben

Interview mit Anne Chebu: “Das Denken in Klischees lässt sich abtrainieren”

“Woher kommst du eigentlich?”

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Als wäre man ein Punkt auf einer Liste zum Abhaken

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"Woher kommst du? Ich meine, wirklich?"

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Warum ich für meinen Sohn Weihnachtsfiguren mit dunkelbrauner Hautfarbe bestelle

Filmbeiträge

Schwarz Rot Gold: Schwarze in Deutschland

Das Webvideo-Projekt „SchwarzRotGold.tv“ von Laurel und Jermain Raffington porträtiert prominente Schwarze deutsche Persönlichkeiten. Es geht um spannende Lebensgeschichten – aber auch um Identität und die gemeinsame Erfahrung mit Rassismus und Diskriminierung in Deutschland.

„SchwarzRotGold“ will positive Leitbilder außerhalb der Klischees präsentieren und zeigen, dass afrodeutsche Kultur seit Generationen Teil der deutschen Geschichte ist.

http://schwarzrotgold.tv/
 

Rassismus im Alltag: Tupoka Ogette im Gespräch mit dem Vater eines Schwarzen Kindes

https://www.youtube.com/watch?v=V0tetwQbm98

Beratung

Beratung und Begleitung gegen alltäglichen Rassismus

Das Ziel von Phoenix e. V. ist es, Menschen für den Rassismus in seiner alltäglichen und strukturellen Erscheinungsform zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck bietet der Verein mit Sitz in Duisburg Anti-Rassismus-Trainings und Empowerment-Trainings an, hält Vorträge, berät Einzelpersonen und Gruppen und sucht den Kontakt zu anderen Menschen, die im In- und Ausland etwas gegen Rassismus unternehmen.

Zu den Angeboten von Phoenix e.V. gehören auch die Beratung und Begleitung von Opfern rassistischer Gewalt. Auch Eltern Schwarzer Kinder können sich an den Verein wenden, wenn ihre Kinder rassistische Diskriminierung erfahren.