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Schwarze Kids sind Heldinnen und Helden im Bilderbuch

Bücher helfen Kindern, die Welt zu entdecken und zu verstehen. Kinderbücher regen die Fantasie an, erweitern den eigenen Erfahrungshorizont und vermitteln Wissen. Kinderbücher geben Identifikation und Orientierung.  Mit kleinen Kindern Bilderbücher anzuschauen, macht viel Spaß. Doch als afroeuropäische Familien machen wir immer noch die Erfahrung, dass wir kaum Bilderbücher finden, die die Lebenswelt unserer Kinder widerspiegeln. Denn fast immer sind die kleinen Heldinnen und Helden in den Büchern selbstverständlich weiß, sind ihre Eltern und Großeltern weiß und die Bücher aus weißer Perspektive geschrieben. Schwarze Menschen sind in Kinderbüchern nach wie vor unterrepräsentiert.                                                                              

Daher machen wir uns in Bremen regelmäßig auf die Suche nach Bilderbüchern, in denen Schwarze Kinder die Hauptpersonen sind. Denn man muss schon sorgfältig recherchieren, um auf dem deutschsprachigen Kinderbuchmarkt Bücher zu entdecken, in denen Schwarze Kinder starke, handelnde Akteur*innen sind und nicht nur eine Statistenrolle spielen. Sehr viel häufiger finden wir englischsprachige Bilderbücher.        

„Representation matters!“                                                

Kinderbücher transportieren gesellschaftliche Vorstellungen von der Welt und den Menschen in dieser Welt. Dabei merken Kinder schnell, wer Teil der Erzählung ist – und wer in den Büchern selten oder gar nicht vorkommt. Sie beziehen Gelesenes und Gesehenes auf sich und erlernen so gesellschaftliche Zuschreibungen und Bewertungen. Wenn Kindern suggeriert wird, dass sie nicht wichtig sind, dass sie keine wertvollen Fähigkeiten besitzen und offensichtlich etwas an ihrer Präsenz falsch ist, sprechen wir von Ausgrenzung und Diskriminierung. Die fehlende Repräsentanz führt dazu, dass Schwarze Kinder sich nicht beachtet, nicht anerkannt und nicht zugehörig fühlen. Und diese Erfahrung hat gravierende Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl unserer Kinder. Darum brauchen wir Bilderbücher und Geschichten mit kleinen Held*innen, in denen sich Schwarze Kinder wiedererkennen können und die ihnen positive Identifikationsangebote machen. Also spannende, witzige, fantastische, empowernde und alltägliche Geschichten, die überall dort spielen, wo Schwarze Kinder zu Hause sind.

Eine Liste mit ausgewählten Bilderbüchern stellen wir als PDF-Datei kostenlos zur Verfügung. Bestellungen bitte per Mail an .

NEWSLETTER

In unserem Newsletter finden Sie Informationen, Tipps und Links – zu Themen, die uns als Eltern Schwarzer Kinder beschäftigen (sollten). Empfehlenswerte Bücher vorzustellen oder schöne Spielsachen zu zeigen, gehört ebenso dazu, wie empowernde Vorbilder zu präsentieren und auf spannende Beiträge über den Umgang mit Alltagsrassismus hinzuweisen.                             

Der aktuelle Newsletter kann als pdf-Datei kostenlos angefordert werden:

Lesetipps

exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen
von Tupoka Ogette

Rassismus wirkt in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft. Aber es ist nicht leicht, über ihn zu sprechen. Schließlich will ja niemand rassistisch sein!
Das Buch „exit RACISM. rassismuskritisch denken lernen“ begleitet die Leser*innen bei ihrer Auseinandersetzung mit Rassismus und tut dies ohne erhobenen Zeigefinger. Vielmehr werden die Leser*innen auf eine rassismuskritische Reise mitgenommen, in deren Verlauf sie nicht nur konkretes Wissen über die Geschichte des Rassismus und dessen Wirkungsweisen erhalten, sondern auch Unterstützung in der emotionalen Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Ein lehrreiches und zugleich empowerndes Buch!
http://www.migazin.de/2017/03/31/willkommen-in-happyland/


Afrokids
Ein Ratgeber für die ersten Lebensjahre Schwarzer Kinder

von Olaolu Fajembola

“Afrokids” von Olaolu Fajembola ist der erste “Baby- und Kinderratgeber”, der sich an Bezugspersonen von Schwarzen Kindern in Deutschland richtet. Im Buch thematisiert die Autorin spezifische alltägliche Situationen und Herausforderungen, die in anderen Ratgebern kaum angesprochen werden: so zum Beispiel Namenwahl, Mehrsprachigkeit und Umgang mit Rassismus.

“Diese Kinder, die Schwarze und/oder Weiße Eltern haben, brauchen informierte Eltern. Eltern, die kinderverständlich erklären können, was Rassismus ist und wie er funktioniert. Eltern, die auf die Frage: ‘Mama, machst Du mir Cornrows?’ mit einem souveränen ‘Ja!’ antworten können, und Eltern, die keine Angst davor haben, ihrem Kind einen afrikanischen Namen zu geben.”
 

Das Wort, das Bauchschmerzen macht
von Nancy J. Della

Bisher einziges Kinderbuch zur rassistischen Sprache.
http://www.edition-assemblage.de/das-wort-das-bauchschmerzen-macht/
 

Anleitung zum Schwarz sein
von Anne Chebu

"Schwarz sein ist nicht gleich schwarz sein. Warum schreibt man Schwarz groß und warum bin ich Schwarz und nicht braun?"
 http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/anleitung-zum-schwarz-sein-393-detail
 

Deutschland Schwarz Weiß: Der alltägliche Rassismus
von Noah Sow

“Lassen Sie uns raten: Nichts läge Ihnen ferner, als sich rassistisch zu äußern oder gar jemanden rassistisch zu beleidigen oder zu diskriminieren. Deswegen legen Sie besonderen Wert auf die Feststellung, KEIN Rassist zu sein. Nur: Woher wissen Sie eigentlich so sicher, dass Sie genau das NICHT sind?”
http://www.deutschlandschwarzweiss.de/
 

Empowerment als Erziehungsaufgabe – Praktisches Wissen für Eltern binationaler Kinder und Jugendlicher im Umgang mit Rassismus
von Nkechi Madubuko

Die Moderatorin und Soziologin Nkechi Madubuko hat ein Buch darüber geschrieben, wie Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können, Erfahrungen wie Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung besser zu verarbeiten.
https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/empowerment-als-erziehungsaufgabe-detail

Beratung

Beratung und Begleitung gegen alltäglichen Rassismus

Das Ziel von Phoenix e. V. ist es, Menschen für den Rassismus in seiner alltäglichen und strukturellen Erscheinungsform zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck bietet der Verein mit Sitz in Duisburg Anti-Rassismus-Trainings und Empowerment-Trainings an, hält Vorträge, berät Einzelpersonen und Gruppen und sucht den Kontakt zu anderen Menschen, die im In- und Ausland etwas gegen Rassismus unternehmen.

Zu den Angeboten von Phoenix e.V. gehören auch die Beratung und Begleitung von Opfern rassistischer Gewalt. Auch Eltern Schwarzer Kinder können sich an den Verein wenden, wenn ihre Kinder rassistische Diskriminierung erfahren.